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Bruxismus: Knirschen und Pressen mit den Zähnen

Zähneknirschen

Die heutige Gesellschaft hat die Zeit, damit Termine und damit Deadlines erfunden. Aber auch andere mentale Belastungen und Schicksalsschläge treiben uns oft unbewusst den inneren Stresspegel nach oben. Selbst kleine Dinge wie ein Autostau oder eine Fussballniederlage können uns belasten. Wenn man die Belastung mental nicht beseitigen kann, arbeitet diese in uns weiter: «Zähne zusammenbeissen!», würden uns dann Familie und Freunde sprichwörtlich empfehlen. Und das ist auch, was in vielen Fällen passiert. Allerdings geschieht dies meist unbewusst und dann, wenn wir den Druck versuchen zu verarbeiten, nämlich in der Nacht. Daher wissen viele Menschen von ihren Parafunktionen (schädlichen Überfunktionen) nichts.

Zähneknirschern

Dies können Symptome einer Überbeanspruchung des Kausystems sein und langfristig kann dies zu irreparablen Schäden führen.


Was sind die Folgen?

Zu der beteiligten Kaumuskulatur gehören die Muskeln mit der grössten Kraftentfaltung in unserem Körper. Diese stellen mit voller Stärke unser härtestes Gewebe, den Zahnschmelz, beim Aufeinandertreffen der Zahnreihen auf die Probe. Langfristig führt dies zu einem Abrieb und Ausplatzungen aus dieser schützenden Schicht. Diese Defekte können durch Füllungen und Kronen rekonstruiert werden. Allerdings wachsen die Muskeln mit Ihrer Beansprachung und schwächere Gewebe haben das Nachsehen. Durch den Druck auf das Zahnbett kann es zu Knochenabbau und Zahnfleischrückgang kommen. Selbst vorübergehende Zahnlockerungen können auftreten. Im Bereich der Zahnhälse kommt es zu Aussprengungen. Das Kiefergelenk kann sich unter langer Zeit der Fehlbelastung deformieren und Gelenksanteile können sich entzünden.


Wie kann ich Abhilfe schaffen?

Die wichtigste Massnahme ist das Fehlverhalten zu erkennen und damit die Ursache ausfindig zu machen. Merkt man das Knirschen oder Pressen unter dem Tag sollte man ein mentales Frühwarnsystem aufbauen um das Fehlverhalten zu verhindern. Unsere Zahnreihen schliessen sich normalerweise nur wenigen Sekunden über den Tag verteilt und zwar dann, wenn wir Speisen zerkauen. Die restliche Zeit befindet sich unsere untere Zahnreihe in einer Ruheschwebelage mit wenigen Millimeter Abstand zum Oberkiefer. Sollten Sie sich also mit geschlossenen Zähnen erwischen, rufen Sie sich das in Erinnerung und massieren Sie gegebenfalls verspannte Kaumuskelpartien.

Haben Sie wenig Erfolg mit der Eigenmassage und leiden Sie weiterhin unter Verspannungen im Bereich der Kau- und Nackenmuskulatur, empfiehlt sich eine professionelle Beratung und Therapie durch einen spezialisierten Physiotherapeuten. Eine Anleitung für Eigenübungen gibt es als von der Universität Zürich.


Wie schaffe ich Abhilfe in der Nacht?

Wenig Einfluss hat man auf die eigenen Fehlbelastungen im Schlaf, wenn viele Tagerlebnisse unbewusst verarbeitet werden. Für diese Fälle gibt es spezielle Knirscherschienen, die individuell für Ihre Zahnreihen angefertigt werden können und damit einen Schutz bieten.


Wie funktioniert eine Knirscherschiene?

Es gibt verschiedene Arten von Schienen. Über die richtige Variante mit dem passenden Nutzen muss der Zahnarzt entscheiden. Grundsätzlich bestehen diese Schienen aus einem Kunststoff, der deutlich weicher als der Zahn ist. Damit wird bei Fehlbelastungen kein Abrieb am Zahn erfolgen, es leidet lediglich die Schiene über die Zeit. Die eigentliche Funktion liegt aber in einem Frühwarnsystem, was eine neuronale Feedback-Funktion im komplexen Kauapparat ausnutzt. Ähnlich kennt man dies wenn man beim Essen auf einen unerwarteten Widerstand beisst (z.B. Obstkern im Kuchen). Das System vernimmt unmittelbar den Störfaktor und öffnet die Zahnreihen ganz unbewusst, bevor wir es realisieren. Ähnlich verhält sich dies beim Tragen einer Schiene, die ebenfalls einen unerwarteten Widerstand darstellt.